Heremans-Ceusters

Leo HeremansEs begann bei Leo wie bei vielen anderen Züchtern mit ein bisschen Glück. Als Anfänger bekam Leo die zwei letzten Tauben von Paul Huysmans, der damals heiraten wollte und andere Dinge im Kopf hatte. Aus der “Teentje” von Paul züchtete Leo eine Jungtaube, die 14 Preise gewann. Ab 1993 wurde zusammen mit Marcel Mols gespielt. Sie wählten sich jeder aus jedem Nest jeweils ein Jungtier. Marcel spielte auf den Quiévrain-Flügen und Leo auf den Noyon-Flügen und der Mittelstrecke. Sie wurden 1. prov. Meister auf der Mittelstrecke und 3. prov. Meister auf der Kurzstrecke. 1994 wurde bei Leo jedoch eine Taubenlunge festgestellt, worauf beinahe alle Tauben verkauft wurden. Nur ein kleiner Schlag von 8 Metern (der Schlag auf dem oben stehenden Foto), der mit 9 Zuchtpaaren besetzt war, blieb stehen. Schon damals stellte sich heraus, wie gut die Tauben von Leo ihr Erbgut weitergaben, denn innerhalb kürzester Zeit musste die Schlaganlage wieder erweitert werden. 1997 schlug das Schicksal jedoch mit dem Tod von Marcel zu. Es war Ceusters, der Leo aus der Not half, und fortan wurde unter dem Namen Heremans-Ceusters gespielt.

Inzwischen war es jedoch ein öffentliches Geheimnis geworden, dass man, wenn man seinen Schlag verstärken wollte, bei Leo Heremans an der richtigen Adresse war. Zahllose Züchter hatten inzwischen bereits mit Nachkommen des “Jan (6113220-02)” und des “Olympiade (6455003-01) Erfolg gehabt. Nicht nur in Belgien sondern weit über die Landesgrenzen hinaus ließ der Name Heremans-Ceusters den Züchtern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Natürlich ziehen solche Erfolge auch zwielichtige Elemente an. 2006 war es so weit. Bei einem Einbruch wurden viele gute Vögel gestohlen. Ein Versuch, auch die Täubinnen zu entwenden, wurde jedoch mit Hilfe von zwei jungen Festbesuchern durch einen aufmerksamen Leo vereitelt. Das Unglück war jedoch geschehen. Innerhalb von 3 Monaten verlor Leo vor Kummer 20 kg. Die Entschluss war schnell gefasst. Alles sollte, bis auf zwei Tauben, die ‘in bis’ saßen, total versteigert werden.

Vorher wurde aus den besten Tauben noch eine Runde Eier gezogen, die Hugo Vermeerbergen für erwiesene Dienste bekam. Um zu versuchen, Leos Schwiegersohn mit dem Taubenbazillus zu infizieren, zog auch noch eine Runde Jungtauben zu diesem um. 2007 folgte dann die Versteigerung. Noch im selben Jahr stand Hugo jedoch wieder mit den Tauben, die er von Leo bekommen hatte, vor der Tür, weil er selbst zu viel hatte. “Geh’ mir los, mit diesen Tieren, ich bin jetzt glücklich und kann endlich wieder ruhig schlafen”, lautete die Antwort von Leo. Weil Hugo versprach, bei der Versorgung zu helfen, stimmte Leo schließlich zu. Es zeigte sich, dass sich auch der Schwiegersohn letztendlich nicht für Tauben zu begeistern vermochte, und so kamen auch diese Tauben zurück nach Vorselaar.

Stammaufbau

Bei der Anschaffung von Zuchtmaterial begab sich Leo nicht auf dünnes Eis. Nur von Tauben, die bereits bewiesen hatten, dass sie ihre exzellenten Gene über mehrere Generationen hinweg weitergaben, zogen Nachkommen nach Vorselaar um. So wurden Tauben von Dirk Van Dyck (Zandhoven, BE), Gebr. Hasendonckx (Grobbendonk, BE), Maurice Haesendonckx (Bouwel, BE) und Jan Diels (Vosselaar, BE) geholt. Später wurde auch noch über die Landesgrenzen hinweg geschaut, und im Zuge dessen holte Leo noch Verstärkung von Koopman (NL) und Verkerk (NL). Eine besondere Geschichte ist der Kauf des “Olympiade”: “2002 hatte Gust Jansen (Beerse, BE) einen überragenden Jährigen, der es in dem Jahr bis zur 2. Nat. Ass-Taube KBDB brachte. Gust bekam eine gewaltige Summe für diesen Vogel geboten, aber er wollte ihn lieber nicht verkaufen. Ich kaufte dann den halben “Olympiade”. Einen Monat sollte er bei mir züchten, im nächsten Monat wieder bei Gust und so immer weiter. Kurz darauf wurde er auch noch Olympia-Taube. Es wurden noch mehrere Angebote gemacht, aber in gemeinsamer Überlegung haben wir beschlossen, ihn nicht zu verkaufen. In so ziemlich jeder erfolgreichen Taube hier auf dem Schlag findet man seine Gene.”(Brunnen: Pipa)